Die wichtigsten Fachbegriffe aus allen Lernbereichen – kurz erklärt, für den schnellen Blick zwischendurch.
58 Begriffe
Ob der Gewinn je Aktie (EPS) des Käufers nach einer Übernahme steigt (accretive) oder sinkt (dilutive).
Das Honorar einer Investmentbank für die Beratung bei einem Deal, oft gestaffelt nach Deal-Größe (Lehman-Formel).
Maß für das systematische Risiko einer Aktie relativ zum Gesamtmarkt. Für nicht börsennotierte Unternehmen wird es aus vergleichbaren Peers entschuldet und neu verschuldet (Unlevering/Relevering).
Der nach Volumen gewichtete Durchschnittszins über alle Fremdkapital-Tranchen einer Finanzierung.
Capital Asset Pricing Model: Ke = risikofreier Zins + Beta × Marktrisikoprämie. Der Standardansatz zur Herleitung der Eigenkapitalkosten.
Mechanismus, bei dem der gesamte freie Cashflow eines Jahres automatisch zur Schuldentilgung verwendet wird, statt ausgeschüttet zu werden.
Der Aufschlag, den ein Käufer über den unbeeinflussten Börsenkurs hinaus zahlt, um die Kontrolle über ein Unternehmen zu erlangen.
Die von Eigenkapitalgebern erwartete Rendite, meist über das CAPM hergeleitet: risikofreier Zins plus Beta mal Marktrisikoprämie.
Aufschlag auf die Eigenkapitalkosten für Cashflows aus Ländern mit erhöhtem politischem/wirtschaftlichem Risiko, oft aus dem Credit-Spread der Staatsanleihen abgeleitet.
Vertragliche Auflage in einem Kreditvertrag (z. B. maximale Verschuldung), deren Bruch dem Kreditgeber Sonderrechte einräumt.
Depreciation & Amortization: die planmäßige Verteilung der Anschaffungskosten von Sachanlagen (Depreciation) und immateriellen Vermögenswerten (Amortization) über die Nutzungsdauer.
Die jahresweise Fortschreibung von Fremdkapitalständen: Anfangsschuld, Zinsaufwand, Tilgung, Endschuld – Grundgerüst jedes LBO-Modells.
Latente Steuerschuld, die bei einer Übernahme durch die Aufwertung von Vermögenswerten auf den Zeitwert entsteht, da steuerlich weiterhin der alte Buchwert gilt.
Days Sales/Inventory/Payable Outstanding – die durchschnittliche Anzahl Tage, bis Forderungen eingehen, Vorräte umgeschlagen bzw. Lieferanten bezahlt werden.
Earnings Before Interest and Taxes – das operative Ergebnis nach Abschreibungen, entspricht dem deutschen Betriebsergebnis.
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Der am häufigsten verwendete Proxy für den operativen Cashflow – aber kein Cashflow.
Der Wert des operativen Geschäfts, unabhängig von der Kapitalstruktur: Marktkapitalisierung + Nettoverschuldung + Minderheitenanteile − Beteiligungen.
Das EV/EBITDA-Multiple beim Kauf bzw. beim Verkauf eines Unternehmens. Die Differenz treibt die 'Multiple Expansion/Kontraktion' der Rendite.
Die zusätzliche Rendite, die Anleger für das Investment in Aktien statt risikofreier Anleihen erwarten.
Der Wert, der den Aktionären zusteht: Enterprise Value minus Nettoverschuldung und andere nicht-Eigenkapital-Ansprüche.
Das meistgenutzte Bewertungsmultiple. Kann bei unterschiedlicher Kapitalintensität irreführend sein – EV/EBIT ist dann oft robuster.
Die Anzahl Käufer-Aktien, die ein Target-Aktionär pro eigener Aktie erhält, bei einer Stock-for-Stock-Transaktion.
Der Cashflow, der nach allen operativen Ausgaben und Investitionen übrig bleibt und an Kapitalgeber ausgeschüttet werden könnte. Grundlage jeder DCF-Bewertung.
Die Gläubigerklasse in einer Insolvenz, die am Wendepunkt sitzt: teilweise, aber nicht voll bedient – verhandelt typischerweise um die Kontrolle über das restrukturierte Unternehmen.
Der Kaufpreis abzüglich dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens – bildet den Wert, der nicht einzelnen Vermögenswerten zugeordnet werden kann.
TV = FCF × (1+g) / (WACC − g). Berechnet den Terminal Value als ewige Rente mit konstantem Wachstum g.
Rechnungslegungsstandard, der Leasingverhältnisse als Vermögenswert (Nutzungsrecht) und Verbindlichkeit in der Bilanz aktiviert – erhöht dadurch das ausgewiesene EBITDA.
Die zwei großen Rechnungslegungsstandards, die sich u. a. bei Vorratsbewertung (LIFO), F&E-Aktivierung und Wertaufholung unterscheiden.
Internal Rate of Return: die annualisierte Rendite einer Investition, die den Zeitwert des Geldes berücksichtigt – anders als MoIC.
Vorrangig besichertes Bankdarlehen (Senior Secured), die günstigste und seniorste Fremdkapital-Tranche in einem LBO.
Zwei Methoden der Vorratsbewertung: LIFO (zuletzt eingekauft, zuerst verbraucht, nur unter US-GAAP erlaubt) und FIFO (zuerst eingekauft, zuerst verbraucht).
Der Wert, den Gläubiger erhalten würden, wenn das Unternehmen sofort zerschlagen und alle Vermögenswerte einzeln verkauft würden – die Untergrenze im Restrukturierungsverfahren.
Nachrangiges, teureres Fremdkapital zwischen Senior Debt und Eigenkapital – wird meist erst getilgt, wenn die Senior-Tranche vollständig zurückgezahlt ist.
Diskontierungsannahme, dass Cashflows gleichmäßig übers Jahr anfallen statt gebündelt am Jahresende – erhöht den Barwert leicht gegenüber der naiven Methode.
Non-Controlling Interest: der Anteil einer konsolidierten Tochtergesellschaft, der nicht dem Mutterkonzern gehört – wird im Equity-Bridge abgezogen.
Multiple of Invested Capital = Exit-Eigenkapitalwert / eingesetztes Eigenkapital. Zeigt, wie oft sich das investierte Geld vermehrt hat – ohne Zeitfaktor.
Forderungen plus Vorräte minus Verbindlichkeiten. Wachstum bindet in der Regel Kapital (negativer Cashflow-Effekt).
Net Operating Profit After Tax: EBIT nach fiktiver Versteuerung (ohne den Steuervorteil durch Fremdkapitalzinsen). Ausgangspunkt für den Unlevered Free Cash Flow.
Price/Earnings – Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Ein Equity-Value-Multiple (im Gegensatz zu EV/EBITDA).
Eine vereinfachte, im Kopf oder auf Papier rechenbare LBO-Analyse mit gerundeten Zahlen – klassische Interview-Blitzfrage.
PBO (Pensionsverpflichtung) minus Planvermögen. Wird nach Steuern als schuldenähnliche Position in der Equity-Bridge behandelt.
Property, Plant & Equipment – das Sachanlagevermögen eines Unternehmens (Grundstücke, Gebäude, Maschinen).
Bewertung anhand der Multiples vergangener, vergleichbarer M&A-Transaktionen – enthält im Gegensatz zu Trading Comps eine Kontrollprämie.
Um einmalige oder nicht marktübliche Posten bereinigtes EBITDA, um die 'wahre' nachhaltige Ertragskraft eines Krisenunternehmens zu zeigen.
Die Reihenfolge, in der Gläubigerklassen in einer Insolvenz aus dem verfügbaren Unternehmenswert bedient werden, von der höchsten zur niedrigsten Rangstufe.
Return on Equity = Nettogewinn / Eigenkapital. Kann durch Verschuldung künstlich aufgebläht werden, ohne dass sich die operative Qualität (ROIC) verbessert.
Return on Invested Capital = NOPAT / investiertes Kapital. Zeigt, ob Wachstum tatsächlich Wert schafft: nur wenn ROIC über dem WACC liegt.
Eine Tabelle, die eine Kennzahl (z. B. Enterprise Value) über eine Matrix aus zwei variierten Annahmen (z. B. WACC und Wachstum) durchrechnet.
Die Finanzierungstabelle einer Transaktion: 'Uses' zeigt, wofür das Geld gebraucht wird (Kaufpreis, Gebühren), 'Sources', woher es kommt (Fremd- und Eigenkapital).
Special Purpose Acquisition Company: eine börsennotierte Mantelgesellschaft, die Kapital sammelt, um ein privates Unternehmen zu übernehmen und öffentlich zu machen.
Vergütung von Mitarbeitern in Aktien statt Bargeld. Nicht zahlungswirksam, aber wirtschaftlich real – verwässert bestehende Aktionäre.
Der unvollständige erste Zeitraum eines DCF-Modells, wenn der Bewertungsstichtag nicht auf den Jahresanfang fällt.
Zusätzlicher Wert, der erst durch den Zusammenschluss zweier Unternehmen entsteht – Kostensynergien gelten meist als sicherer als Umsatzsynergien.
Der Wert aller Cashflows nach dem expliziten Planungszeitraum, meist über die Gordon-Growth-Formel oder ein Exit-Multiple berechnet. Macht oft 60–80 % des Enterprise Value aus.
Relative Bewertung anhand der Handelsmultiples börsennotierter Vergleichsunternehmen (Peer Group).
Free Cash Flow vor Zinszahlungen – steht rechnerisch allen Kapitalgebern (Eigen- und Fremdkapital) zu und wird mit dem WACC diskontiert.
Zerlegung der Eigenkapitalwertsteigerung eines LBO in EBITDA-Wachstum, Multiple-Expansion und Entschuldung.
Weighted Average Cost of Capital: der gewichtete Durchschnitt aus Eigen- und Fremdkapitalkosten, gewichtet nach der Zielkapitalstruktur. Der Diskontsatz für den Unlevered Free Cash Flow.